Die Preisträger 2016

Im Jahr 2016 wurde der Bayerische Gesundheitspreis in folgenden Kategorien vergeben:

  • "Gemeinsame Zukunft" – Kreative Konzepte zur Organisation und Zusammenarbeit in verschiedenen Praxismodellen
  • "Gesunde Psyche" – Innovative Konzepte zur Versorgung von psychisch kranken Menschen

 

Gemeinsam in die Zukunft

REFUDOCS - ein Münchner Modell für die akutmedizinische Versorgung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und deren Kindern

Der Zugang zum deutschen Gesundheitssystem ist für viele Flüchtlinge durch Sprachbarrieren und komplizierte Abläufe erschwert. Dr. Mathias Wendeborn bietet mit seinem Team aus ehrenamtlichen Ärzten, Krankenschwestern, Helfern und Dolmetschern einen unbürokratischen Zugang zu einer sprachsensiblen und interkulturellen medizinischen Basisversorgung vor Ort in der Erstaufnahmeeinrichtung bzw. Dauerunterkunft. Neben der Allgemeinmedizin ergänzen spezielle Sprechstunden wie Gynäkologie, Pädiatrie und Psychiatrie das Angebot. Besteht dann noch spezieller weiterer Versorgungsbedarf, können die Patienten gezielt in das "klassische" Gesundheitssystem eingeschleust werden. Damit wird nicht nur der öffentliche Gesundheitsdienst entlastet. Auch unkoordinierte Notarzteinsätze und stationäre Aufenthalte werden vermieden.

Gesunde Psyche

man|n sprich|t - Kinder schützen vor sexueller Gewalt

Im Projekt "man|n sprich|t" gibt es sowohl Therapien für erwachsene Männer als auch für Jugendliche, die sexuelle Übergriffe an Kindern und Jugendlichen verübt haben oder suchtartig Kinderpornographie konsumieren. Den Erwachsenen wird dabei eine Gruppentherapie angeboten, bei der die Auseinandersetzung mit den sexuellen Übergriffen, die Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln, die Entwicklung von Selbstkontrolle sowie die Förderung von Einfühlungsvermögen im Vordergrund stehen. Diese Schwerpunkte der Arbeit sollen die Schwelle, einen Übergriff zu begehen, deutlich anheben und den Männern das Ausmaß ihrer Taten bewusst machen.

Bei dem Angebot für Jugendliche steht hingegen die Prävention von Taten im Vordergrund. Sexuell auffällige Jugendliche sowie Jugendliche, denen es schwer fällt, sexuelle Grenzen zu erkennen und einzuhalten, können ebenfalls eine Gruppentherapie besuchen. Durch altersspezifische Angebote können Jugendliche dabei ihre Probleme überwinden, um erst gar nicht straffällig zu werden.