Preisträger in der Kategorie "Ideenwettbewerb"

Dr. med. Michael Müller (München): Das "Diabetomobil" - ein innovatives Konzept zur häuslichen Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus

Viele Menschen werden im Alter immobil und können dementsprechend kaum mehr eine Arztpraxis aufsuchen. Bei Zuckerkranken kann dabei eine zu wenig intensive und engmaschige Überwachung verheerende Folgen wie etwa vermehrte Krankenhausaufenthalte aufgrund gefährlicher Blutzuckerschwankungen, häufige Infekte oder ein diabetisches Fuß-Syndrom haben.

Mit dem Diabetomobil hat der Diabetologe Dr. Michael Müller ein Konzept für eine fahrbare Praxis entwickelt, mit der der Diabetes-Spezialist seine immobilen Patienten daheim oder im Pflegeheim umfassend und leitliniengerecht versorgen kann.

Statt eines Arztkoffers hat er beim Patientenbesuch mit dem Diabetomobil Equipment wie ein mobiles Laborgerät zur Bestimmung des Blutzuckers, ein tragbares Dopplergerät, ein tragbares EKG, ein Pulsoxymeter sowie umfangreiches Verbandsmaterial dabei. Über eine sichere Internetverbindung kann er zudem auf die digitale Patientenakte in seinem Praxis-PC zugreifen.

Damit kann er die Behandlungshistorie des Patienten direkt einsehen und sogar digitales Bildmaterial in die Diagnosestellung einbeziehen. Wenn also Diabetes-Patienten nicht in die Arztpraxis kommen können, kommt nun ab 1. Januar 2014 die diabetologische Schwerpunktpraxis zu ihnen nach Hause.

Projektbeschreibung "Diabetomobil"

 

Dr. Christoph Graßl, hausärztlicher RVB der KVB für München und Hausarzt, zum Preisträger:

"Die Volkskrankheit Diabetes kann – wenn sie nicht oder nicht ausreichend behandelt wird – schwere Folgen haben: So kann ein diabetisches Fuß-Syndrom zu einer Amputation führen, eine schwere Blutzuckerentgleisung zieht eine Notfalleinweisung ins Krankenhaus nach sich.

Das Projekt des Kollegen Müller trägt dazu bei, solche schlimmen Folgen des Diabetes mellitus zu verhindern – unter anderem, in dem das fachärztlich-diabetologische Expertenwissen per Diabetomobil und Telemedizin aus der Praxis zum Patienten kommt. Davon profitieren in erster Linie die Patienten, aber auch die Angehörigen, der betreuende Hausarzt und gegebenenfalls der Pflegedienst.

Mit der Idee einer interdisziplinär abgestimmten diabetologischen Versorgung wird Kollege Müller eine Lücke in der ambulanten Versorgung schließen. Für die Umsetzung, die Anfang nächsten Jahres starten soll, wünsche ich ihm alles Gute und viel Erfolg."

Und Klaus Kamitz, Regionalgeschäftsführer der IKK classic in München, kommentiert:

"Für viele Menschen im Alter ist der Arztbesuch nur unter großen Anstrengungen und Schwierigkeiten möglich. Mit dieser Idee schließt Herr Dr. Müller eine Versorgungslücke und verhindert durch die ununterbrochene Betreuung schlimme Folgen für die Betroffenen."